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Quereinstieg – Tipps für Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber*innen

von acensblue

Die Covid-Pandemie, ein drohender Fachkräftemangel in einigen Berufsbranchen sowie wechselnde persönliche Präferenzen sorgen dafür, dass sich immer mehr Menschen beruflich neu orientieren. Wer einen Quereinstieg wagt, sieht sich jedoch häufig mit einigen Problemen konfrontiert. Auch für Arbeitgeber*innen ist die Einstellung von Quereinsteiger*innen mit Risiken verbunden. Dennoch gibt es einige Wege, die Risiken beider Seiten zu minimieren und die Chancen für einen erfolgreichen Quereinstieg zu erhöhen.

 

Gründe und Motivation

Was sind die Gründe des Bewerbers oder der Bewerberin für den Fachrichtungswechsel? Diese lassen Rückschlüsse auf die Motivation der bewerbenden Person zu. Als Bewerber*in sollte man die Gründe für den Branchenwechsel deshalb genau reflektieren. Hat einem der alte Job nicht gefallen, weil der Chef oder die Chefin schwierig war, spricht dies beispielsweise nicht unbedingt für einen Branchenwechsel, sondern eher für einen Firmenwechsel. Sofern man gute Gründe, die für einen Branchenwechsel sprechen, identifiziert hat, sollte man diese unbedingt bei der Bewerbung darlegen. Mögliche Gründe können beispielsweise mangelnde persönliche Entwicklungsmöglichkeiten im alten Job, mehr Wunsch nach flexibler und abwechslungreicher Arbeit oder auch neue Interessen auf Seiten der bewerbenden Person sein. In jedem Fall ist es von Vorteil, wenn man sowohl Interesse als auch Motivation mit Nachweisen wie beispielsweise bereits absolvierten Weiterbildungen  oder anderen Tätigkeiten belegen kann. Ebenfalls bietet sich an, den Bewerbungunterlagen ein Motivationsschreiben beizufügen, dass die Motivation und Gründe für den Branchenwechsel darlegt.

 

Selbstreflexion und Lernbereitschaft

In einer neuen Fachrichtung zu beginnen, geht oftmals mit neuen beruflichen Anforderungen einher. Als Arbeitnehmer*in ist es von Vorteil, wenn man sich über die Anforderungen der neuen Stelle genau informiert und auch reflektiert, inwiefern man diese erfüllt. Bewerber*innen, die im Anschreiben auf die Stellenanforderungen eingehen und ihre Stärken und Defizite konkret darlegen, signalisieren der Arbeitgeberseite, dass sie sich mit den Herausforderungen, die mit diesem Branchenwechsel einhergehen, auseinandergesetzt haben. Sofern Defizite bezüglich bestimmter Fertigkeiten bestehen, sollte man auf jeden Fall seine Bereitschaft und Motivation, an Weiterbildungen teilzunehmen, zum Ausdruck bringen.

 

Fähigkeiten und Skills

Da Quereinsteiger*innen die für den neuen Fachbereich typische Fachausbildung nicht aufweisen, sind Soft Skills umso wichtiger. Gibt der Bewerber bzw. die Bewerberin im Anschreiben bestimmte Charaktereigenschaften oder Stärken an, die für den neuen Job interessant und von Vorteil sein könnten? Wer über Soft Skills wie Flexibilität, Teamfähigkeit, Kreativität, Stressresistenz, eine hohe Einsatzbereitschaft und ein gutes Zeitmanagement verfügt, sollte diese unbedingt im Anschreiben erwähnen und wenn möglich, mit Belegen untermauern. Man könnte beispielweise hervorheben, dass die Bereitschaft zum Quereinstieg schon ein gewisses Maß an Flexibilität beweist. Aber auch Arbeitszeugnisse sowie Nachweise über ehrenamtliche oder Vereinstätigkeiten eignen sich diesbezüglich. Dass man aus einem anderen Bereich kommt, kann auch ein Vorteil sein. Quereinsteiger*innen erweitern den Wissenshorizont eines Teams um neue Perspektiven. Aus diesem Grund sollte man im Rahmen der Bewerbung darlegen, inwiefern die vorherige Ausbildung und Berufserfahrung für den neuen Arbeitsbereich vorteilhaft ist.

 

Praktika und Fortbildungen

Gelegentlich dauert es eine Weile, bis sich die passende Gelegenheit zum Quereinstieg ergibt. In der Zwischenzeit bietet es sich an, im Rahmen von Praktikas und Fortbildungen schon einmal einen Einblick in die gewählte Berufsbranche zu erhalten. Bereitet einem der neue Fachbereich Freude und liegt er einem? In welchen Bereichen bestehen noch Defizite? Bereits absolvierte Praktikas und Weiterbildungen beweisen nicht nur, dass sich die bewerbende Person ernsthaft  mit dem Branchenwechsel auseinandergesetzt hat, sondern unterstreichen auch die Entschlossenheit und Ernsthaftigkeit des Wechselwunsches.

 

Social Networks

LinkedIn-Profile können ebenfalls das Interesse an dem neuen Fachgebiet und die Wechselabsicht untermauern. Weist das LinkedIn-Profil der bewerbenden Person beispielsweise bereits für die neue Branche berufsrelevante Kontakte oder Blogeinträge auf, so zeugt dies nicht nur von ernsthaftem Interesse an dem neuen Fachgebiet, sondern zeigt auch, dass sich die bewerbende Person schon eingehend mit dem neuen Fachgebiet auseinandergesetzt hat.

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